Kreuzweise “Healing of Memories”

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Fn. Horstmar. „In Horstmar und speziell in der Tradition der Kreuzweise-Gottesdienste, die mittlerweile im fünften Jahr ökumenisch gefeiert werden, ist das Miteinander unkompliziert und freundschaftlich möglich – deshalb soll gerade von hier ein Signal mit dem Gottesdienst „Healing of Memories“ für die Region ausgehen“. Unter diesem Leitgedanken stand ein ökumenischer Gottesdienst in St. Gertrudis Horstmar.

In der Vergangenheit haben die Jahrhundertfeiern der Reformation die Gräben zwischen den Konfessionen vertieft, erinnerten Pfarrer Heinrich Wernsmann (St. Nikomedes Steinfurt) und Pfarrdechant Johannes Büll (St. Gertrudis Horstmar) für die katholische Kirche sowie Professor Dr. Michael Beintker, Pfarrer Ulf Schlien (Synodalassessor im evangelischen . Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken) und Alexander Becker (Prädikant, Borghorst-Horstmar) für die evangelische Kirche. Im Jubiläumsjahr 500 Jahre nach der Reformation solle es anders sein. Man wolle nach den gemeinsamen Wurzeln, den wechselseitigen Herausforderungen und den verbindenden Zukunftsaufgaben fragen. Während eines sehr gut besuchten Kreuzweise-Gottesdienstes in der Kirche von St. Gertrudis, von dem eine Signalwirkung für die Region ausging, sahen sie sich gestärkt , konkrete Schritte zu gehen, die das Gebet, die Lehre, das Handeln im Geist der ökumenischen Brüderlichkeit verändern.

Beim Blick in die Vergangenheit erinnerten die prominenten Gäste, dass durch die Glaubenstrennung tiefe Gräben aufgeworfen wurden. Familien seien zerrissen worden, wenn die Mitglieder verschiedenen Konfessionen angehörten. Dörfer und Städte waren verfeindet, weil sie katholisch oder evangelisch waren. Das Mahl der Einheit wurde durch die konfessionellen Streitigkeiten zum Symbol der Trennung. „Noch immer haben wir keinen Weg gefunden, im eucharistischen Abendmahl unsere Gemeinschaft mit Christus und untereinander zu feiern“, bedauerte die Lektorin Corinna Höing.

Rückblickend auf die Zeit vor viereinhalb Jahren sei man schon skeptisch gewesen, ob die ökumenischen Kreuzweise- Gottesdienste auf Interesse stoßen würden“ bekannten Büll und Becker. „Mittlerweile ist Kreuzweise zu einem Begriff in Horstmar geworden – Gott sei Dank“ freuten sich beide mit der Gemeinde. Man habe ein zentrales gemeinsames Problem. Das sei die Frage, wie man als Christen weiterhin in der Welt vorkomme. Die Zeit stelle neue Fragen an die Kirchen. Die Aufgaben, die sich gesellschaftlich böten, seien gerade in der heutigen Zeit zahlreich. So etwa die Frage nach der Gerechtigkeit, nach Menschlichkeit, dem Umgang mit den Geflüchteten und Hilfsbedürftigen.  Konkret vor Ort könne man das nur gemeinsam schaffen, indem man nicht die Unterschiede betone, sondern gemeinsam das mache, was viel wichtiger sei; nämlich Jesus Christus zu feiern. Die am Altar versammelten Repräsentanten der beiden Kirchen verpflichteten sich, konkrete Schritte zu gehen und Lehre und Handeln im Geist der ökumenischen Brüderlichkeit zu verändern.

Ein besonderer Dank galt jeweils der anderen Konfession. So bedankte sich Pfarrdechant Johannes Büll für die geistlichen und die theologischen Impulse der Reformation. „Wir sind beeindruckt von dem starken Einsatz der evangelischen Kirche in der Diakonie“. Man schätze die intensiven Diskussionen und die verantwortungsvollen Entscheidungsprozesse in den Synoden.

Man schaue voll Achtung auf die Liebe zur Liturgie, die besonders in der katholischen Kirche gepflegt werde, bemerkte Prädikant Alexander Becker und fügte hinzu: „Wir schätzen die besondere Aufmerksamkeit für die Überlieferung des Glaubens, Bekennens und Denkens, die die Geschichte der Christenheit geprägt hat.“ Er zeigte sich beeindruckt vom caritativen Dienst der katholischen Kirche.

Kreuzweise

Foto v.l.n.r. Corinna Höing (Lektorin)  Pfarrer Ulf Schlien (Synodalassessor im evangelischen  Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken) Alexander Becker (Prädikant, Borghorst-Horstmar), Pfarrdechant Johannes Büll (St. Gertrudis Horstmar) Professor Dr. Michael Beintker, für die evangelische Kirche und Pfarrer Heinrich Wernsmann (St. Nikomedes Steinfurt) für die katholische Kirche