außergewöhnliches Konzert in Horstmar am 17.11.

Fn. Horstmar. Hochkonzentriert proben gerade die beiden Kirchenchöre von  St. Gertrudis Horstmar und Ss. Cosmas und Damian Leer - derzeit noch getrennt, nächste Woche aber auch zusammen. Denn am Volkstrauertag, der dieses Jahr auf den 17. November fällt, findet in der Pfarrkirche St. Gertrudis um 17 Uhr eine besondere Andacht statt: Unter dem Motto „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir“ werden Texte und Musik zu Gehör gebracht, die den Psalm 130 von verschiedenen Seiten beleuchten.

Zentrales Werk ist der Luther-Choral „Aus tiefer Not schrei ich zu Dir“ in einer speziellen Fassung, die Kirchenmusiker Rafael D. Marihart extra für diese Veranstaltung komponiert hat. „Um die Verzweiflung des einsamen Rufers zu verdeutlichen, habe ich die Melodie genommen und förmlich auseinandergerissen; erläutert Marihart. So singen  zu Beginn die Stimmen des Chores nicht zusammen, sondern jede für sich, so als wären sie einsam in der Dunkelheit. Mit jeder weiteren Strophe wird es aber immer harmonischer. Und so steht am Ende auch das hoffnungsfrohe Dur, wenn es heißt: „Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird.“ Daneben singen die Chöre nicht nur Franz Schuberts „Chor der Engel“ sondern auch neue geistliche Lieder wie „Bleib bei mir heut Nacht“ und „Strahlen brechen viele“. Unterstützt werden die Sängerinnen und Sänger von der Flötistin Cornelia Becken und Christian Franken, Kirchenmusiker an St. Antonius Kevelaer. Die Texte steuert Diakon Ralf Laumann bei.

Diesen ungewöhnlich hohen Aufwand betreiben die Beteiligten natürlich nicht grundlos: Die Andacht ist ein Teil der Abschlussprüfung, die Rafael D. Marihart für seine kirchenmusikalische Fortbildung absolvieren muss. „Ich hätte auch lieber das Weihnachtskonzert der Chöre am 29. Dezember in Leer als Bestandteil der Prüfung genommen, aber da hat die Kommission leider keine Zeit.“, bedauert Marihart. Und so geht es für die Chöre Schlag auf Schlag weiter, denn am letzten Novemberwochenende stehen bereits die Cäcilienfestmessen an, bevor es dann in schnellen Schritten auf Heiligabend zugeht.