Gedanken zur Heiligen Elisabeth

Eigentlich ist es kein Wunder, dass das Fest Allerheiligen ausgerechnet am 1. November gefeiert wird. Wir denken dabei an die vielen Menschen, die Jesus gefolgt sind und es gut gemacht haben. Die heiligen Menschen sind Jesus ähnlich geworden. Heilige – das sind nämlich leuchtende Menschen. Sie haben etwas von ihm und seiner guten Botschaft in ihrem Leben besonders verwirklicht. Und davon kann man in diesen dunkleren Novembertagen nicht genug bekommen. Am 19. November feiern wir den Gedenktag der  heiligen Elisabeth, auch sie hat Licht in die Dunkelheit gebracht.

 

Wer aber war die Heilige Elisabeth?

 

Die Heilige Elisabeth von Thüringen lebte von 1207 – 1231, zunächst auf der Wartburg, später in Eisenach und Marburg. Wir erinnern uns an sie am 19. November. Was ist es, was bis auf den heutigen Tag Menschen veranlasst, die Nähe zu Elisabeth zu suchen? Auch wenn uns Heutigen vieles fremd erscheint in der Art, wie sie gelebt hat.

 

Was also macht diese Frau, die über fast 800 Jahren geboren wurde, für uns bedeutsam? Es ist die radikale und konsequente Weise, in der sie sich auf die Seite der Schwachen und Armen stellte und damit Zeichen setzte – bis heute. Das tat sie schon als Landgräfin auf der Wartburg. Sie weigerte sich, unrechtmäßig erpresstes Geld und Gut zu nutzen. Bei Tisch verzichtete sie lieber, als Lebensmittel zu essen, die den Armen abgepresst waren. Sie verteilte nicht nur aus der Fülle ihres Reichtums Almosen, sondern sie schenkte Bauern Arbeitsschuhe und Ackergerät. Sie gab armen Frauen kostbare Stoffe mit der Auflage sie zu verkaufen und damit ihre Schulden zu bezahlen. Als sie nach dem Tod ihres Mannes von der Wartburg vertrieben wurde, wählte sie den radikalen Weg der Nachfolge Jesu, den Weg der Armut, ähnlich wie ihr großer Zeitgenosse, der heilige Franziskus. In ihren letzten Lebensjahren arbeitete sie in Marburg in dem von ihr gegründeten Hospital. Dort lebte sie nicht nur für die Armen, sie lebte mit den Armen. Sie wurde eine von ihnen, machte sie zu Schwestern und Brüder und gab ihnen so Würde. Die Heilige Elisabeth ist eine herausragende Persönlichkeit von hoher menschlicher Qualität und tiefer Gläubigkeit. „Gott und den Menschen zuliebe“ können wir über ihr Leben schreiben. Ihr zu begegnen war und ist eine Provokation – entweder es ihr gleich zu tun oder sich für nicht zuständig zu halten. Sie war sich nicht zu schade, Hand anzulegen, wo es nötig war.

 

 

Herzlichen Glückwunsch zum Namenstag allen Frauen, die auf den Namen Elisabeth getauft sind, wünscht im Namen des Seelsorgeteams

 

Ulla Lappe, Pastoralreferentin