Maria 2.0 Aktion der KFD Horstmar

Fn. Horstmar. Endlich haben wir Frauen die Möglichkeit, eine Botschaft an unsere Kirche zu senden und für Gleichberichtigung zu kämpfen“ betonte die Teamsprecherin der Horstmarer KFD Karin Mollenhauer zu Beginn einer Aktion auf dem Kirchplatz vor der St. Gertrudiskirche. Die rührige Frauengemeinschaft hatte dazu aufgerufen unter dem Bezeichnung Maria 2.0, einer diözeseübergreifenden Kampagne. Und das Team der Horstmarer KFD freute sich über die große Resonanz. Mehr als einhundert Frauen, überwiegend in weißen Blusen als Ausdruck der Gemeinschaft, waren gekommen. Ein auf dem Pflaster des Kirchplatzes platzierter Globus mit Strahlen aus weißen Tüchern machte deutlich, dass es sich um ein weltweites Anliegen von engagierten Christen handelt. Während in der Pfarrkirche die Vorabendmesse  gefeiert wurde, bei der die Figur der hl. Maria mit einem weißen Tuch verhüllt war,  prägten besinnliche Texte, Lieder und Gebete die Zusammenkunft vor dem Gotteshaus. In der Politik und in der Gesellschaft habe sich in den letzten Jahren viel Grundlegendes verändert, in der katholischen Kirche dagegen gebe es ein großes Demokratiedefizit. „Unserer Meinung nach ist die Frauenfrage nicht ein Problem unter vielen, sondern es ist eine Frage von Sein oder Nichtsein der katholischen Kirche“ machte Karin Mollenhauer sehr deutlich. Es gebe keinen Grund, warum Frauen nicht zu allen kirchlichen Ämtern und Diensten zugelassen werden sollen. Man könne und dürfe es nicht zulassen, dass Frauen prinzipiell nicht alle Wege offen stünden, denn Gott sei zuerst Mensch geworden und nicht Mann. Alle waren sich einig, mit der Aktion nicht gegen die katholische Kirche zu arbeiten. Man wolle eine Zeichen setzen für einen Neubeginn und Neuanfang. Sonst würde man einfach aus der Kirche austreten. „Wir machen weiter und kämpfen für das Amt der Frau in der katholischen Kirche,“ ging auch aus den verschiedenen Angeboten am Aktionstag hervor. So konnte man auf einem großen weißen Laken seine Bereitschaft zur Teilnahme dokumentieren, Unterschriftslisten lagen aus. An den Mauern von St. Gertrudis war auch das große Netz befestigt, das bereits bei den Jubiläumsfeierlichen zum Einsatz kam. An diesem hefteten die Besucher ihre Wünsche an. Davon wurde rege Gebrauch gemacht. Allen Wünschen war gemeinsam, dass sich die Kirche auch den Frauen öffnen möge und den Priestern ein Familienleben ermögliche. Auf den Punkt brachte es eine Teilnehmerin auf einer Wunschkarte: Krippe statt Prunk. Pfarrdechant Johannes Büll, selbst Teilnehmer an der Aktion, äußerte: „Ich finde es gut, dass es eine Aktion für und nicht gegen die Kirche ist.“ Besonders habe ihm in Ankündigung gefallen, man wolle die Kirche wachküssen. Als Fazit dieser Veranstaltung wird nachklingen, ein Zeichen gesetzt zu haben. Man sei bereit, einen neuen Schritt zu wagen und aufzubrechen, wozu es schon lange Zeit werde.