Hausgottesdienst zum Osterfest

 

 

  

Vorbereitung für den Hausgottesdienst:

Es ist gut, vor dem gemeinsamen Gottesdienst den Tisch mit einer Osterkerze oder Blumen, einem gelben Tuch und einem Kreuz/einer Ikone zu gestalten.

 

Die Osterkerze (noch nicht entzündet) dazu stellen.

 

Stimmen Sie sich ein wenig ein, in dem Sie zur Ruhe kommen und seien Sie gewiss: Gott ist bei Ihnen!

Spüren Sie hinein in die Freude, dass Christus auferstanden ist.

Beginn mit dem Kreuzzeichen:

Im Namen des Vaters + des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Einführung:

Tisch-Osterkerze 15 x 6 cm (Nr. 24) - Kopschitz Kerzen im Kerzen ... Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja! In dieser Gewissheit feiern wir heute Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Wir kommen dazu als „Hauskirche“ zusammen. Die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind schmerzlich. Zugleich lässt uns diese Krise erkennen, dass wir uns im Gebet mit vielen anderen Christen und Christinnen jetzt verbinden können.

 

Bereitung der Osterkerze:

Christus, gestern und heute,

Anfang und Ende,

Alpha und Omega.

Dein ist die Zeit und die Ewigkeit.

Dein ist die Macht und die Herrlichkeit

in alle Ewigkeit. Amen

 

Entzünden der Osterkerze                                        

 

Lied: O Licht der wunderbaren Nacht    GL 334

 

Gebet:

Dir, Gott, danken wir. Du hast Jesus auferweckt unddem Tod die Macht genommen.Mit ihm gehen wir neu in das Leben.Wir bitten dich um die Kraft,die vielen Steine wegzuräumen,die auf Wegen von Menschen angehäuft werden,die auf traurigen Herzen lasten,die jede kleine Hoffnung unter sich begraben.Gib uns die große Freude,Ostern zu feiernund lass uns Engel sein,die das Wort vom Leben ausrichtenmutig und unverzagt.In Christus, unserem Bruder und Herrn.

 

 

Verkündigung des Wortes Gottes

 

Lesung Apg 10,34a.37-43

 

Lesung aus der Apostelgeschichte

In jenen Tagen begann Petrus zu reden und sagte: Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat: wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen für alles, was er im Land der Juden und in Jerusalem getan hat. Ihn haben sie an den Pfahl gehängt und getötet. Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt und hat ihn erscheinen lassen, zwar nicht dem ganzen Volk, wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen: uns, die wir mit ihm nach seiner Auferstehung von den Toten gegessen und getrunken haben. Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkünden und zu bezeugen: Dieser ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten. Von ihm bezeugen alle Propheten, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen die Vergebung der Sünden empfängt.

 

 

Lied:          Halleluja    GL 483

 

Evangelium (Mt 28,1-10)

 

Dieses Evangelium könnte auch abschnittweise oder in Sprechrollen

vorgetragen werden, ein Sprecher/eine Sprecherin kann auch zwei Rollen übernehmen. (Erz = Erzähler, En = Engel, J = Jesus)

 

Erz: Nach dem Sabbat, beim Anbruch des ersten Tages der Woche, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab

zu sehen. Und siehe, es geschah ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot. Der Engel aber sagte zu den Frauen:

 

En: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch den Ort an, wo er lag! Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen:

Er ist von den Toten auferstanden und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.

 

Erz: Sogleich verließen sie das Grab voll Furcht und großer Freude und

sie eilten zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.

Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sagte:

 

Jesus: Seid gegrüßt!

 

Erz: Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten

seine Füße. Da sagte Jesus zu ihnen:

 

Jesus: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach

Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen.

 

 

Impuls:

 

Was berührt mich am heutigen Evangelium?

Mit welchen Ereignissen wird die Ankunft der Frauen am Grab

beschrieben? Was sehen sie?

„Fürchtet euch nicht“! Wann beruhigen mich diese Worte und wann gebe

ich es an andere Menschen weiter?

 

 

Gedanken:

 

Abends eine Kerze ins Fenster stellen, wenn die Glocken unserer Kirche um 19.30 Uhr läuten – vielleicht haben sie davon schon gehört oder tun es auch. Ein kleines Zeichen der Hoffnung in Zeiten von Corona setzen. Mittlerweile leuchten in vielen tausend Fenstern weltweit jeden Abend Kerzen. Die Botschaft hinter jeder Kerze: „Fürchtet euch nicht“. Wir feiern das neue österliche Leben. Wir feiern die Auferstehung Jesu von den Toten. Wir feiern den Aufstand des Lebens gegen den Tod. Wir glauben das Unglaubliche. Maria von Magdala und die andere Maria kamen ans Grab, um nachzusehen, ob alles in Ordnung sei, sicher auch um zu trauern. Und dann geschieht etwas, dass sie ganz anders in die Welt schauen lässt. Von einem Erdbeben wird gesprochen. Das bedeutet, dass vieles in Bewegung kam – und das nicht nur sanft und kaum spürbar, sondern mit großer Kraft, aufrüttelnd, vielleicht anfangs auch bedrohlich wirkend. So wie bei uns das Virus Covid 19 gekommen ist. Mit großer Kraft. Zu erfahren, was an Ostern passierte, bringt das Bisherige gewaltig ins Wanken. Das erleben die beiden Frauen. Und dann zwei Begegnungen: zunächst mit dem Engel, der ihnen sagt, was geschehen ist: „Er ist von den Toten auferstanden!“ – und dann mit dem Auferstandenen selber. Beides mal ist die Botschaft: „Fürchtet euch nicht!“ Es ist – so unfassbar es auch scheint – nichts, wovor sie sich fürchten sollen, sondern es soll sie in Bewegung bringen. Freude soll in ihr Herz fließen und die Welt neu sehen lassen. Und das passiert. Sie gehen und erzählen von dem, was sie erfahren haben. Es fällt ihnen wie Schuppen von den Augen:

Dieser Jesus setzt neue Maßstäbe. Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern Leben. Die beiden Marias bekommen Augen für das Leben, für das, was das Leben ausmacht und was wirklich zählt. Ostern, Auferstehung – das ist nichts, was mal eben im Vorbeigehen geschieht, das rüttelt an bisherigen Maßstäben. Das kann ich nicht nur vom Kopf her begreifen, das muss mich als ganzen Menschen ergreifen. Die Steine vor den Herzen, die in leider viel zu vielen Situationen dem Leben keine Chance geben, müssen weggerollt werden. Selber schaffen wir das wahrscheinlich gar nicht. Aber das mussten die beiden Frauen ja auch nicht. Der Stein wurde weggerollt, um den Blick freizugeben für das Leben. Und als getaufte Christen sind wir aufgerufen, selbst Boten dieser Hoffnung zu sein. Wie die brennende Osterkerze in unserer Mitte sollen wir diese Botschaft zu unseren Mitmenschen tragen: „Fürchtet euch nicht!“

 

 

Taufe | Erzbistum Köln

 

Glaubensbekenntnis:

 

Das Osterfest erinnert uns besonders an unsere Taufe, die uns bereits jetzt als erlöste Menschen leben lässt. In diesem Jahr können keine Tauffeiern in der Osternacht stattfinden.

Die Taufbewerberinnen und Taufbewerber warten weiterhin auf dieses Fest – wir wollen besonders an sie denken! Dankbar erinnern wir uns daran, was die Taufe bedeutet und sprechen zusammen das Apostolische Glaubensbekenntnis:

 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in

das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der

Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

 

Lied: Wahrer Gott, wir glauben dir         GL 780

 

 

 

Fürbitten:

Auch im österlichen Halleluja haben Bitten und Sorgen ihren Platz. Deshalb beten wir voll Vertrauen:

 

Das folgende Gebet kann von allen gesprochen werden:

 

Wir beten für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind, für alle, die daran sterben mussten, für alle, die Angst haben vor einer Infektion,

für alle, die sich nicht frei bewegen können, für die Ärztinnen und Pfleger,

die sich für ihren Dienst in Gefahr begeben müssen, für diejenigen, die unseren Lebensalltag aufrecht erhalten, für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen, dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.

Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke, viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren, als Helfer in allen Nöten. Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind, und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

Vater unser

 

 

Mediation zur Osterkerze:

 

Die Osterkerze brennt

sie brennt für alle:

 

Für die Hoffnungslosen

als Zeichen der Hoffnung

 

Für die Verzagten

als Zeichen der Zuversicht

 

Für die Mutlosen

als Zeichen neuer Kraft

 

Für die Suchenden

als Zeichen des Heils

 

Für die Friedlosen

als Zeichen der Sicherheit

 

Für die Einsamen

als Zeichen der Gemeinschaft

 

Für die Freudlosen

als Zeichen neuen Jubels

 

Für uns alle

als Zeichen der Auferstehung

als Zeichen neuen Lebens

Abschluss –Segen

 

Der Friede des Auferstandenen wohne in uns.

Die Freude des Auferstandenen erfülle uns.

Die Liebe des Auferstandenen durchdringe uns.

Der Segen des Auferstandenen begleite uns.

Es segne uns der treue und den Menschen zugewandte Gott,

 

 

der Vater + der Sohn + der Heilige Geist.

 

 

Lied zum Abschluss: Das Grab ist leer, der Held erwacht       GL 778

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir wünschen Ihnen einen guten Weg durch die Ostertage, räumlich getrennt, aber in Gedanken, im Glauben, in der Liebe, in Jesus Christus miteinander verbunden.

 

 

 

Ihre Seelsorgerinnen und Seelsorger